Die Geschichte

Fasnacht in Luzern

Die Luzerner Fasnacht ist wohl in ihrer geschichtlichen Entwicklung, in Eigenart und Vielgestaltigkeit, im urwüchsigen, kraftvollen Ausbruch der kakaphonischen Rhythmen, im tagelangen mitreissenden und fast ekstatischen Tanz der Jugend auf dem Rathausplatz unter all den traditionellen Fasnachtsbräuchen der Innerschweiz einmalig, weshalb sie von Jahr zu Jahr mehr Besucher aus dem In- und Ausland anzieht. Die echten Luzerner Fasnächtler sehen zwar diese fasnachtstouristische Entwicklung nicht so gern, weil sie befürchten, dass die prachtvollen, farbenfrohen Fantasiegestalten am Reussquai eines Tages in fotographierenden und blitzenden Touristentrauben untergehen.

Die drei "verreckten" Tage von Luzern

Das Luzerner Fasnachtsdatum richtet sich nach der jahrhundertealten "katholischen" Fasnacht. Im Jahre 325 legte das Konzil von Nizza Ostern auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsanfang fest. Der vorausgehende Sonntag ist der Palmsonntag. Von diesem 40 Tage zurückgerechnet, findet man den Aschermittwoch (40 Tage Fastenzeit). Die Tage vor dem Aschermittwoch sind die Fasnachtstage, laut kantonalem Gesetz der Schmutzige Donnerstag, der Güdismontag und der Güdisdienstag.

Bedeutung der Fasnachtsnamen

Der Schmutzige Donnerstag hat seinen Namen von Fett. "Schmutz" bedeutet im Dialekt Fett, also "Fetter Donnerstag". Schon in alter Zeit durfte auf den Bauernhöfen die "Metzgete" im ausgehenden Winter nicht fehlen. Zu den fetten Würsten gab es zum Nachtisch jeweils Ziegerkrapfen, Schenkeli und "Chneublätze" (Fasnachtschüechli), also eine sehr kalorienreiche Kost, die Reserven für die kommende Fastenzeit bilden musste.
Güdisdienstag ist von "Güdel" abgeleitet. "Güdel" bedeutet Magensack, Bauch, Wanst. Man hat sich auch an diesem Tag nochmals so richtig den Bauch gefüllt, bevor man die 40 Fastentage vor Ostern antrat.

 

Verfasser: Franz Bossart